Home Rückblick 2011 30.06. - 03.07.2011 - KAB-Fahrt ins Elsass
30.06. - 03.07.2011 - KAB-Fahrt ins Elsass PDF Drucken E-Mail

KAB St. Dionysius lernt das Elsass kennen.

Am Donnerstag den 30.6.2011 konnte unsere Reiseleiterin, Hedwig Wuttke, 32 Reiselustige zur diesjährigen KAB-Fahrt in das Elsass begrüßen. Doch bevor sich der komfortable Reisebus auf den Weg machte, erteilte Pfarrer Erhard März der Gruppe den Reisesegen. Das leckere Frühstücksbrötchen auf der Zwischenrast, geschmiert von fleißigen Mitreisenden, ist mittlerweile zum Gewohnheitsrecht geworden. ...

In Colmar angekommen, ging es am Nachmittag nach dem Einchecken im guten Dreisterne-Hotel zu Fuß mit unserem Reiseführer in die Innenstadt. Wir erfuhren, dass der Name Colmar 823 erstmals urkundlich erwähnt wurde und sich aus dem Lateinischen ableitet. Das Columbarium ist ein Taubenschlag, in dem Haustauben gezüchtet werden. Wir lernten, dass die Bauherren der malerischen Fachwerkhäuser über die Einarbeitung von verschiedenen Balkenmustern ihren familiären Status ausdrückten, wie z.B. Kinderzahl und –wunsch oder den Wunsch nach Reichtum.

Stiftskirche St. Martin

Den schönsten Blick auf das malerische Klein Venedig hat man von der Brücke Pont Saint-Pierre. Es ist ein liebevoll restauriertes Bilderbuchviertel am Fluss Lauch mit fast ländlicher Atmosphäre.

Die römisch-katholische Stiftskirche Sankt-Martin ist mit buntem Ziegeldach, großartigem Südportal und großem Turm mit Renaissancehaube Colmars Wahr zeichen. Der Rest des Martinsmünsters fiel wegen Geldmangel eher schlicht aus. In der Kirche bewunderten wir die schönen Glasmalereien, die zum Teil aus dem 14. Jh. stammen.

Blick von der Pont Saint-Pierre

Höhepunkt der Führung war der Besuch des Unterlindenmuseums, ein ehemaliges Dominikanerinnen kloster. Hier steht der berühmte Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Der Flügelaltar zeigt in geschlossenem Zustand in der Mitte die Kreuzigung Christi und auf den Seitenteilen die Heiligen Antonius und Sebastian.

Isenheimer Altar

Nach der ersten Öffnung erscheint in der Mitte die Geburt Christi, links die Verkündigung Marias und rechts die Auferstehung Christi. Die innersten Flügelgemälde schließlich zeigen die Versuchung des Antonius und sein Gespräch mit dem Einsiedler Paulus. Berühmt wurde das Werk wegen seiner Farbgebung und der fast surrealistischen Darstellungskraft.
Der zweite Tag führte uns ins 75 km nördlich gelegene Strasbourg. Die Freizeit nutzten Einige, um bei einer Bootsrundfahrt über den Fluss Ill die Stadt vom Wasser aus zu besichtigen. Die Ill verzweigt sich im Stadtgebiet auf zwei Arme. Sie umschließen die Grande Ile (Große Insel), auf der die historische Altstadt liegt. Die östlichen Stadtteile mit dem Hafen grenzen an den Rhein. Andere machten sich zu Fuß auf Erkundungstour oder genossen die berühmte Elsässer Küche bei einer Tarte flambée (Flammkuchen) und einem Gläschen Elsässer Wein. Verlaufen kann sich hier niemand,

Strassburger Muenster

da das alles überragende 142 m hohe Straßburger Münster aus fast allen Winkeln der Stadt zu sehen ist. Zum Münster, erbaut aus rosa Vogesensandstein, führte uns unser Reiseleiter über die Rue Mercière (Krämergasse). Von hier ist der Eindruck am Überwältigsten. Sie leitet direkt auf die prachtvolle Westfassade mit der 16-blättrigen Rosette mit einem Durchmesser von 14,5 m über dem mittleren Portal zu. Die reich verzierte Schauseite der Cathédrale Notre-Dame spiegelt die Baukunst dreier Jahrhunderte (1176-1439) wider, von der Frühromanik bis zur Spätgotik.

KAB vor dem Strassburger Muenster

Über der Rosette befindet sich in 66 m Höhe eine Plattform, zu der 332 Stufen führen. Im Inneren sind vor allem der Engelspfeiler mit seiner Darstellung des Jüngsten Gerichts, die Kanzel und die 71 Glasfenster aus dem 12.-15. Jh. sehenswert. Interessant ist auch die 18 m hohe astronomische Uhr, die täglich um 12.30 Uhr in Betrieb bewundert werden kann. Ein außergewöhnliches Erlebnis bietet das Münster zum Frühlingsanfang am 20. März - falls im richtigen Moment, vormittags, die Sonne scheint. Dann bildet die durch eine ganz bestimmte Stelle an einem Fenster der Südfassade einfallende Sonne einen grünen Strahl, der unmittelbar über dem Haupt Christi den Baldachin der Kanzel aufleuchten lässt und damit den Augenblick der Tag-und-Nacht-Gleiche angibt. Das 1984 von einem Straßburger Geometer entdeckte Phänomen dauert 20 Minuten.

Bei der anschließenden Stadtrundfahrt erfuhren wir weitere interessante Details über die Geschichte der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten. Die Rundfahrt endete am Europaparlament, auf dessen Besichtigung wir schon sehr gespannt waren.

Europa Parlament Die charmante Führerin, selbst Assistentin eines Abgeordneten im Hause, erklärte uns im Zuhörerbereich des Parlamentssaales die Aufgaben der 736 Abgeordneten nebst der 3500 Mitarbeiter, davon ein Großteil Übersetzer/innen und die Arbeitsabläufe während einer Sitzungswoche. Sie beantwortete geduldig unsere vielen aufkommenden kritischen Fragen
Sitzungssaal des Europaparlaments

und lud uns ein, doch mal im Netz eine Sitzung zu verfolgen, unter: http://www.europarl.europa.eu/de/see-and-hear/  
Bedingt durch das große Interesse an der Europapolitik, erreichten wir unser Abendessen im Hotel mit Verspätung.

Am Samstag lernten wir die wunderschöne Landschaft des Elsass kennen. Wir fuhren über die Weinstraße zu den zwei schönsten Ortschaften, Riquewihr und Obernai. Orte wie aus dem Bilderbuch mit sehr schön und liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern.

Fachwerkhaus in Riquewihr  Fachwerkhaus in Riquewihr Platz in Obernai
Am Nachmittag ging es zum Mont Sainte-Odile mit dem ehemaligen Kloster der hl. Odilia, der Schutzpatronin des Elsass. Sie lebte um 750 n. Chr. und wird noch heute sehr verehrt.  

St. Odile

St. Odile

Nonnen von St Odile

Zum Abschluss konnten wir Gertwiller nicht auslassen. Es weihnachtet zwar noch nicht, aber dem Elsässer Lebkuchen, der hier hergestellt wird, konnten wir nicht widerstehen. Wohl jeder nahm etwas mit nach Hause.
Fortwenger in Gertwiler Lebkuchen von Fortwenger Lebkuchen von Fortwenger
Sonntagmorgen hieß es dann Abschied nehmen. Aber zuerst besichtigten wir noch die Hochkönigsburg. Diese Burg aus dem 12. Jahrhundert war schon lange eine Ruine, bevor sie zwischen 1907 und 1912 von Kaiser Wilhelm nach dem Vorbild alter Burgen
Ruine Koenigsbourg Modell Koenigsbourg Koenigsbourg
wieder aufgebaut wurde. Aus bekannten Gründen konnte er sie dann aber doch nicht nutzen.

Um 12 Uhr fuhren wir dann Richtung Heimat und pünktlich um 18.00 Uhr hatte Baumberg uns wieder.

Zum Schluss muss ich noch etwas über das Wetter schreiben, Wie immer war es, Dank Hedwig, durch die Bank sonnig und nicht zu heiß. Nur pünktlich mussten wir sein.