01-03.06.2007 - Von Baumberg nach Bamberg !

Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. Im Süden der Republik waren starke Regenfälle vorhergesagt. Doch die Sonne schaute verstohlen durch die Wolken, als die Reisegruppe mit 28 Teilnehmern, nach Erteilung des Reisesegens durch Kaplan Kürbig, um kurz nach 8.00 Uhr den Bus bestieg und sich in Richtung Bamberg in Bewegung setzte. ...

Busfahrt nach BambergIn Höhe des Westerwaldes begann es leicht zu regnen. Trotzdem ging es los mit fröhlichem  Brötchenschmieren bei voller Fahrt. Die drei erprobten Damen schafften es aber nicht, alle Brötchen bis zum ersten Halt fertig zu stellen. So ging es weiter zur nächsten Raststätte Heiligenroth, wo wir ein zünftiges Frühstück einnahmen. Und tatsächlich kam die Sonne wieder durch die Wolken.
Nach einer weiteren Pause auf der Raststätte Würzburg Süd, mittlerweile hatte sich das Wetter für strahlenden Sonnenschein entschieden und Bayern empfing uns standesgemäß mit weiß– blauem Himmel, erreichten wir am Nachmittag Bamberg und checkten im Hotel ein.
Durch den Stau hatten wir eine Stunde verloren und begannen so mit der Stadtführung später als geplant.
Die Stadtführerin stürmte mit uns schnellen Schrittes durch das alte Bamberg und erklärte ebenso schnell die Sehenswürdigkeiten.
Rathaus BambergBamberg ist eine alten Bischofs- und Residenzstadt. Sie wurde im Jahre 1007 vom Sohn des Bayernherzogs, Heinrich des Zänkers, dem späteren Kaiser  Heinrich II zum Bischofssitz erhoben und feiert in diesem Jahr das tausendjährige Jubiläum. Bamberg ist ebenfalls eine Universitäts-, Gärtner-, Justiz- und nicht zu vergessen, eine Bierstadt. Seit 1993 gehört die Altstadt von Bamberg zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Bamberg wird auch das „Fränkische Rom“ genannt. Die Stadt ist auf sieben Hügeln errichtet, und jeder wird von einer Kirche gekrönt. 
Wir begannen unsere Führung durch die Stadt im alten Hafen, gingen durch den Torbogen des Rathauses, das auf einer Brücke in der Regnitz steht, und gelangten so zum Bamberger Dom.
Der Dom ist eine romanische Bischofskirche mit vier gleich hohen Türmen, erbaut in den Jahren 1215 bis 1237. Innen ist er wohltuend schlicht und er birgt die berühmteste mittelalterliche Plastik Deutschlands: den Bamberger Reiter.
In einer Krypta unter dem Hochaltar werden in einem besonderen Schrein die Häupter der beiden aufbewahrt. Lange war umstritten, wen diese Plastik darstellen soll, aber seit einigen Jahren nimmt man an, es handele sich um ein Abbild des König Stephan von Ungarn. Ein weiteres Kunstwerk im Dom ist das von Tilman Riemenschneider 1499 – 1513 geschaffene Hochgrab Kaiser Heinrichs II und seiner Gemahlin Kunigunde. Im Westchor des Doms befindet sich das einzige Papstgrab in Deutschland, dort ist Papst Clemens II beigesetzt.

Bamberger Dom Bamberger Dom - Reiterstandbild Bamberger Dom - Hochaltar Bamberger Dom - Hochgrab Kaiser Heinrichs

Die Stadtführung endete mit der Besichtigung der Alten Hofhaltung und des Rosengartens.
Bamberg ist auch eine Stadt mit vielen Brauereien, die ihre eigenen speziellen Biere brauen. Im Bamberger Zimmer des Brauhauses  „Schlenkerla“ ließen wir bei Rauchbier und landestypischen Spezialitäten den ersten Tag gemütlich ausklingen.

Gasthaus Schlenkerla Gasthof Schlenkerla Im Gasthaus Schlenkerla Im Gasthaus Schlenkerla

Am nächsten Morgen, den 02.06.2007, fanden wir uns, gestärkt durch ein gutes Frühstück, um 8.15 Uhr zur Abfahrt  nach Vierzehnheiligen und Kloster Banz mit unserer Stadtführerin am Bus ein.
Zunächst ging es zur berühmten Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein. Das von Balthasar Neumann gebaute Gotteshaus ist den heiligen Vierzehn Nothelfern geweiht.
Der Wallfahrtsort entstand, nachdem im Jahre 1445 das Jesuskind dreimal einem Hirten aus Langheim erschienen war. Eine schwer erkrankte Magd, die man zur Erscheinungsstätte gebracht hatte, wurde auf wundersame Weise geheilt. Daraufhin errichtete die Zisterzienserabtei Langheim für die sofort einsetzende Wallfahrt eine Kapelle zu Ehren der vierzehn Nothelfer. Nach der Zerstörung während des Bauernkrieges 1525 und des

Vierzehnheiligen Vierzehnheiligen Altar Vierzehnheiligen Altar Vierzehnheiligen Altar

Dreißigjährigen Krieges wurde jeweils eine größere Kirche gebaut. Die heutige Basilika wurde vom Abt Stefan Mösinger in Auftrag gegeben, von Balthasar Neumann geplant und von 1743 bis zu seinem Tod 1753 begleitet. Der Bau wurde 1772 vollendet und vom Bamberger Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim geweiht. Die Kirche gilt als einer der Höhepunkte des deutschen Rokoko – Sakralbaus.Der Altar mit den vierzehn Nothelfern steht frei im Raum über dem Ort der Erscheinungen.In früheren Zeiten wurden die Heiligen häufig in Gruppen zusammengestellt und verehrt, nach dem Motto: Einer wird schon dabei sein, der hilft.
Zu den vierzehn Nothelfern gehört auch der Heilige Dionysius, unser Pfarrpatron, der bei Kopfschmerzen und Migräne angerufen wird.
Weiter ging es zum Kloster Banz.
Kloster Banz ist älter als Vierzehnheiligen und gilt unter Kunsthistorikern als das schönste Barockkloster Frankens. Es ging 1069 aus einer Burg hervor und erlebte unter den Benediktinern im Laufe der Jahrhunderte einen regen Wechsel von Blüte – und Niedergangszeiten. Nach der Verwüstung im Dreißigjährigen Krieg wurde ein Neubau erforderlich, der alles an Größe und Glanz übertreffen sollte. Der namhafteste Architekt der Zeit, Leonhard Dientzenhofer, entwarf die Pläne. Nach dessen Tod wurde Balthasar Neumann hinzugezogen. Nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahre 1772 begann auch eine geistige Blütezeit des Klosters. Eine Bibliothek mit über 15000 Büchern und eine Gemäldesammlung machten es weit über die Grenzen hinaus bekannt.

Kloster Banz Kloster Banz Kloster Banz Altar

Im Jahre 1803 wurde das Kloster aufgelöst und die Ländereien fielen an Bayern.
1814 kaufte Herzog Wilhelm in Bayern das Kloster und benutzte es als Sommerresidenz. Nach seinem Tode wurde es von 1920 – 1925 von den Trappisten gepachtet. Im Jahre 1933 wurde das Gebäude an die Gemeinschaft der heiligen Engel, die sich die Mission der Auslandsdeutschen zur Aufgabe gestellt hatte, verkauft. 1978 kaufte die Hanns-Seidel Stiftung, eine parteinahe Stiftung der CSU, das Gebäude und nutzt es nach einigen Umbauten als Tagungs- und Begegnungsstätte. Die Kirche wurde nicht mit verkauft und wird weiterhin als Pfarrkirche genutzt.

Zur Mittagspause führte uns unsere Stadtführerin in den Schwarzen Adler nach End.
Bootsfahrt auf der RegnitzFischerhäuser So gestärkt ging es zurück nach Bamberg, wo uns eine Schifffahrt auf der Regnitz und dem Main – Donau – Kanal erwartete. Wir fuhren entlang der  bunten Fischerhäuser, liebevoll  auch „Klein Venedig“ genannt, zur Schleuse und von dort in den neuen Hafen von Bamberg. Bei Kaffee und Kuchen ließen wir es uns gut gehen.Ein besonderer „Höhepunkt“ auf dieser Fahrt war, im wahrsten Sinne des Wortes, die Bordtoilette. Wer die nicht gesehen hat, hat wirklich etwas verpasst.
Beim gemeinsamen Abendessen im Hotel ließen wir den Tag ausklingen.

Nach dem Frühstück am 03.06.2007 und dem Verladen des Gepäcks um 9.30 Uhr begann unsere Freizeit. Wir nutzten sie zum Besuch der Heiligen Messe und zu einem nochmaligen Bummel durch die Stadt.

KAB Gruppenfoto in Bamberg

Nach einem Gruppenfoto am Alten Hafen bestiegen wir um 14.00 Uhr gutgelaunt den Bus für die Heimfahrt und kamen dank der Umsicht unseres Busfahrers ohne Stau gegen 20.00 Uhr heil und gesund in Baumberg an.
Es hat in Bamberg nicht einmal geregnet!!!